Jungjäger Praxistag 2020

Angehende Jägerinnen und Jäger treffen Hundeführerteams

Dauerregen und stürmischer Wind herrschten an diesem Sonntagmorgen Ende Februar, dazu Temperaturen im einstelligen Bereich. Für viele Naturtheoretiker sicher kein Wetter, um ein Wochenende draußen zu verbringen. Nicht so für Jäger und Hundeführer, die Spaß daran haben diesen Widrigkeiten zu trotzen und Freude sich in Wald und Feld einzubringen. Jagd ist eben die Passion am Draußen sein und an der Natur, am besten auch noch mit dem Hund an der Seite.

Daher war auch die große Zahl von fast einhundert Teilnehmern zur Vorstellung der Jagdgebrauchshunde nicht überraschend. Auch in diesem Jahr hatte Hundeobmann und Ausbildungsexperte Hans-Ulrich Keie einen kurzweiligen und informativen Tag vorbereit. Neben Ullis Team Eltje Birthe Ihle, Matthias Steinhöfel und Michael Lebich waren über dreißig Hunde in den bestens geeigneten Revieren der Familie von Veltheim rund um Cremlingen am Start - mit der ganzen Bandbreite der Jagdhunderassen wie Vorsteh-, Stöber- und Apportierhunde, Hunde zur Erd- und Baujagd und die Spezialisten für die Suche, die Schweißhunde.
Ein kurzweiliger Mix aus Theorie und Praxis, Wissenswertem zu den Eigenschaften der einzelnen Rassen und dem jeweiligen Einsatzgebiet vermittelte wertvolle Einblicke in das, was Inhalt der im Frühjahr und Sommer stattfindenden, sehr umfangreichen Prüfungen sein wird. Alle hatten großes Interesse mehr über unsere vierbeinigen Begleiter bei der Jagd zu erfahren. So wurde gezeigt wie Schleppen gelegt werden und wie die Jagdgebrauchshunde dieses ausgelegte Wild suchen und bringen, was genau das Apportieren ist oder auch einfach „nur“, wie Arbeit zwischen Hunde-führerin/Hundeführer und Jagdhund als Team funktioniert. Beeindruckend, wie eng dabei der Bezug zwischen Mensch und Hund sein kann, wie wenig Anweisungen es bedarf und wie gern die Jagdgebrauchshunde mit größter Leidenschaft erfolgreich arbeiten.

Abgerundet wurde der Tag mit den Einblicken in die spannende Arbeit mit Greifvögeln bei der Jagd, die sogenannte Beizjagd. Falkner Stefan Beusse stellte den angehenden Waidfrauen und Waidmänner aus den Kursen der Jägerschaften Wolfsburg, Braunschweig, Wolfenbüttel, Salzgitter und Peine praxisnah vor, welch anspruchsvolle Variante die Zuhilfenahme der fliegenden Jagdhelfer darstellt. Die UNESCO hat die Falknerei 2010 in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Während des ausführlichen Reviergangs am Nachmittag erhielten die Teilnehmer dann noch einen Einblick in jagdliche Praxis, Brauchtum, die prüfungsrelevanten Jagdleitsignale und Naturkunde.


Ein herzliches Dankeschön allen Helfern und Unterstützern sowie ein ganz besonderer Dank für die langjährige Unterstützung an Herrn Friedrich von Veltheim aus Destedt und seinen Forstwirtschaftlichen Leiter Matthias Steinhöfel, ohne die eine jagdliche Hundeausbildung in dieser professionellen Form nicht möglich wäre.
Allen viel Erfolg bei den noch folgenden Lerneinheiten und Prüfungen. Der gelungene Tag zeigte deutlich, wie viele Menschen aus allen Schichten unserer Gesellschaft bereit sind sich dieser Verant-wortung für unsere Umwelt zu stellen und es lieben, in der Natur Hand anzulegen.

März 2020, Michael Lebich


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